Auf die Ohren #1

Unter der Rubrik „Auf die Ohren“ gibt es in Zukunft ausgewählte japanische Musik, welche mir gefällt. Die Spanne reicht dabei von uralten Stücken aus dem vorvorigen Jahrhundert bis hin zu aktuellem J-Pop. Jedenfalls aber wird’s meistens Zeug sein von dem ihr, liebe LeserInnenschaft, wohl noch nie etwas gehört habt. Viel Spaß bei Hören!

The Rodeos – Kokoro wo Tokashiro Kotoba no Kousui de (Inmitten der Wortflut welche das Herz schmelzen lässt)

Als ich im September 2016 mein Auslandsjahr in Japan begann, hatte ich die Ehre „The Rodeos“ in Tokyo am sogenannten „No Limit“ zu sehen, einem Festival ostasiatischer anarchistischer und antiautoritärer Gruppen. Und bei kaum einem Act ging das Publikum so ab wie bei den Rodeos.

Die sechs Herren aus Tokyo mixen Punk mit Reggae, Ska und Rock, unterlegt mit linksradikalen Texten. Letztes Jahr waren sie sogar mit dem baskischen Autonomie-Gottseibeiuns Fermin Muguruza in Spanien unterwegs.

Kyozo Nishioka – Puka Puka (Paff Paff)

„Mein Mädchen raucht dauernd Zigarette – paff, paff, paff. Und wenn ich ihr sage es ist ungesund, dann sagt sie: Solange dieses ‚Glück“ genannte Ding nicht vom Himmel herunterfällt, hör ich sicher nicht auf!“

Kyozo Nishiokas gehört zu den wichtigsten Liedermachen in Japan und wird dort auch der „zweite Bob Dylan“ genannt. Die Entscheidung darüber, ob das jetzt gerechtfertigt ist oder nicht, überlass ich anderen. Ausser Streit steht aber, dass er mit „Puka Puka“ ein unglaublisch sympathisches Lied über das Auf und Ab eines hedonistischen Liebespaares geschrieben hat.

 

P-Model – Art Mania

Spricht man von New Wave und von experimentellem Post-Punk in Japan, dann kann man um P-Model einfach nicht umhin. Ein wenig rotziger Punk, viel Drumcomputer und auch Melodien die hin und wieder verstörend wirken. Besonders die Frühwerke der Band seien einem/einer ans Herz gelegt. Über die Jahre entwickelte sich die Band nämlich mehr und mehr in Richtung monumentalen Popanz-Rock. Leadsänger Susumu Hirasawa hat mittlerweile eine erfolgreiche Solo-Karriere und schreibt auch Soundtracks für Animes wie „Berserk“.

 

Aoyama Michi – Micchii Ondo

Michi Aoyama war in den 60ern und 70ern eine der berühmtesten Soul/Swing/Pop-Sängerinnen Japans. Bei ihren Songs stell ich mir immer vor, wie in etwas verstockten japanischen Dorfkneipen die Jugend dann auch endlich mal ein wenig auszuckt und mit dem Arsch wackelt.

 

Evisbeats – Happyakuman (Acht Millionen)

Evisbeats, bzw. auch bekannt unter seinen anderen Pseudonymen „Akira“ und „Namida“ ist seit 2005 einer der wohl wichtigsten Produzenten und MCs des japanischen HipHop. Kein Pomp, keine dicken Eier, kein Schmalz. Einfach nur tolle Musik. Und wer bei diesem Track nicht automatisch mitwippt hat ein Herz aus Stein.

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